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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. 26. 06. 2008


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Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. 26.06.2008


Romanisches Seminar

SoSe 2008

PS I Literaturwissenschaft Spanisch

Dozent: Marco Bosshard

Referentinnen: Angela Koßmann, Aline Schnieder, Tania Zimmermann
Lope Félix de Vega Carpio – Comedia famosa de Fuente Ovejuna

I. Autor : Lope Félix de Vega Carpio (1562 – 1635)





  • Verfasste ca. 2200 Werke

  • Themen: Liebe Patriotismus Ehre Religion

  • Mäzenatentum

 polit. Bindung der Dichter Zensur

II. Geschichtliche Einordnung: Fuente Ovejuna





  • zwischen 1612 und 1614 geschrieben veröffentlicht 1619 in Docena Parte de las Comedias de Lope de Vega

Siglo de Oro

  • Spielt zu Zeiten der guerra sucesoria (15. Jh.)




  • Enrique IV

(† 1474 ohne Testament)

Juana Isabel

(Tochter?) (Schwester)
Isabel und ihr Ehemann Fernando kommen an die Macht Reyes Católicos (1474 – 1516)
III. Inhalt
Als Historischer Hintergrund fungiert der Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von der als illegitim

angesehenen Juana und denen der Reyes Católicos (König Fernando und Königin Isabel). Zu Beginn

fädelt der Comendador Fernán Gomez eine politische Intrige gegen die Reyes Católicos ein, indem

er den jungen Maestre de Calatrava überredet, die Cuidad Real einzunehmen.

Die Bewohner des Dorfes Fuente Ovejuna sind der Willkür und der Tyrannei des Comendadors (ihres Feudalherren) und dessen Gefolges ausgesetzt. Der Komtur fordert schließlich die „primer noctis“ von der Dorfbewohnerin Laurencia, am Tag ihrer Hochzeit mit Frondoso. Laurencia, deren Ehre tief verletzt ist, fordert daraufhin in einer flammenden Rede die Männer des Dorfes zum Widerstand gegen den tyrannischen Feudalherren auf. In der Rede appelliert sie an das Nationalgefühl und an das Ehrgefühl der Männer und fordert von ihnen Gerechtigkeit, da sonst die Frauen dafür sorgen würden.

Von Laurencia angestachelt stürmen sowohl die Männer als auch die Frauen den Palast und ermorden den Komtur. Flores, aus dem Gefolge des Komturs, kann verwundet fliehen und begibt sich zu König Fernando (den sie zuvor bekämpften), um ihm von den Vorkommnissen zu berichten. Der König ist schockiert und schickt einen Richter nach Fuente Ovejuna der den Fall aufklären soll.



Die Bewohner des Dorfes haben jedoch eine Abmachung untereinander getroffen, den Mörder nicht preiszugeben, und antworten auf die Frage des Richters während des Gerichtsverfahrens „¿Quién mató al comendador?“ stets gleich: „Fuente Ovejuna, Senor“. Sogar Mengo, einer der vermeintlich schwächsten des Dorfes leistet passiven Widerstand, auch unter Folter, und das Gerichtsverfahren wird erfolglos abgebrochen.

Der Maestre de Calatrava bittet derweil, nachdem er von dem Mord am Comendador erfahren hat, die Reyes Católicos um Verzeihung.



Der Richter kehrt zum König zurück und berichtet von den Vorkommnissen. Die Dorfbewohner sprechen nun selbst beim König vor und schildern ihm ihre Sicht der Geschehnisse. Das Dorf Fuente Ovejuna wird begnadigt, da es zwar seinen Feudalherren getötet hat, sich aber dennoch königstreu zeigt.


IV. Interpretation


  • Das Stück entspricht nicht den aristotelischen Vorgaben eines Dramas.

(Einheit des Handlungsstrangs, des Raums und der Zeit)

  • Einheit der Handlung: Trifft nicht zu, da es eine politische Handlungsebene (politische Intrige) und eine private Handlungsebene (Ehrverletzung) gibt.

  • Einheit des Raums: Trifft nicht zu, da Handlungsebenen jeweils in getrennten Räumen sind.

 Dorf vs Hof der Reyes Católicos

  • Einheit der Zeit: Trifft nicht zu, da die Entwicklung auf der politischen Handlungsebene größere zeitliche Sprünge anzeigt. (Schlachten etc.)


Zentrale Rolle der Frauen

  • Die Ehre ist ein zentrales Thema im spanischen Drama. Sie wird meist im Verlauf der Handlung verletzt und am Ende von den Männern (!) wiederhergestellt.

  • In Fuente Ovejuna hingegen bringen die Frauen die Männer zum Handeln, indem sie drohen, ihre Ehre im Alleingang und ohne die Hilfe der Männer wiederherzustellen. (siehe Rede der Laurencia)

  • Dies ist jedoch zu dieser Zeit undenkbar

 Männer entscheiden sich zum Tyrannenmord.
Zentrale Rolle des „einfachen“ Volks

  • Lope de Vega hat das Drama hauptsächlich für das „einfache“ Volk und sein Theater geschrieben

 war seine finanzielle Unterstützung

  • Genau dieses „einfache“ Volk spielt in seinem Drama die zentrale Rolle

  • wird zum kollektiven Helden

  • Mengo ist die sog. „Gracioso-Figur“, mit der sich das Volk identifizieren kann. Im Verlauf der Handlung bewegt er sich von seiner komischen Rolle weg zu einem „Held“ im passiven Widerstand (Folter)

  • (Parallele zur Bibel: „Die Schwächsten werden die Stärksten sein“)

  • Das Volk hat sich von der Fremd- zur Selbstbestimmung emanzipiert, die Bauern haben einen bestimmten Begriff von Ehre und Würde und stehen kollektiv zu dem, was sie getan haben.

 „Fuente Ovejuna lo hizo.“
Die Allianz zwischen König und Volk

  • Bewohner von Fuente Ovejuna wären niemals vom König begnadigt worden, wenn der tyrannische Comendador nicht zugleich sein politischer Gegner gewesen wäre

  • Lope de Vegas Stück wäre zudem auch nicht durch die Zensur gekommen, wenn es nicht eindeutig königstreu und antifeudalistisch gewesen wäre

  • Zum Schluss tritt das Königspaar auf und bringt alles ins Reine, in diesem Stück jedoch stellt es nicht mehr ganz den status quo her, wie in den meisten Dramen, da Fuente Ovejuna ab dann direkt dem König unterstellt wird.



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